Was ist ein Wohngifthaus?

Wussten Sie dass eine Vielzahl von chemischen Stoffen, biogenen Teilchen, Fasern, Strahlungsquellen sowie elektrische und magnetische Felder zur Belastung in Innenräumen beitragen können?

Nur wenige Schadstoffe lassen sich eindeutig an einem typischen Geruch erkennen. Viele Betroffene wissen oft nicht, dass sie unter den Auswirkungen zu leiden haben.

Hatten Sie schon einmal das Gefühl dass Sie sich bei Freunden, Verwandten am Arbeitsplatz oder sogar im neuen Zuhause nicht ganz Gesund und Wohl fühlten?

Immer häufiger treten in unseren vier Wänden allergische Erscheinungen auf, andauerndes Unwohlsein, chronische Erkältungssymptome, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen und depressive Stimmungen!

Viele Stoffe werden subjektiv gar nicht wahrgenommen, einige können jedoch irreversible Schäden, wie z.B. Krebs auslösen!

Besonders betroffen sind kleine Kinder, empfindliche oder sensibilisierte Menschen, Genesende und Personen, die sich oft in Innenräumen aufhalten!

Welche Rolle spielen dabei Innenraum Schadstoffe?

Die nachfolgende Übersicht soll Ihnen wichtige Informationen liefern:

Schimmelpilze

Befall oft nicht sichtbar!

Zu hohe, oft mit der Haut nicht fühlbare Feuchtigkeit im Außenwandbereich (Putz, Tapeten, Anstriche, Silikondichtungen) teilweise verdeckt hinter Tapete / Holzverschalung oder abgehängter Decke. Typischer Befall ist oft nicht sichtbar. Schwarze Flecken treten nur unter bestimmten Bedingungen auf.
Ursachen: Oft schlechte Isolierung, Baumängel, Wasserschäden, verschlossene Entlüftungen von Dunkelbädern; gelegentlich mangelhafte Lüftung oder Beheizung

Gefühl nach "trockener Luft", Atembeschwerden, Schnupfen, Halskratzen, Hustenreiz, Bronchitis, Allergien, Neurodermitis, Nebenhöhlenentzündungen.
Symptome auch bei Nicht-Allergikern möglich. Einige Pilzarten sind krankheitserregend und lösen bei empfindlichen Personen z.B. Lungenentzündung aus

Formaldehyd

Pressspanplatten, Sperrholz, Fertigparkett, Ortschäume, Möbel und Fertigteilhäuser vor allem aus den 70er Jahren; SH-Lacke, pflegeleichte Textilien, Tabakrauch.

Meist keine Geruchsbelästigung! Reizungen der Augen und oberen Atemwege, Kopfschmerzen, Erkältungen, Depressionen, Schlafstörungen, Allergien, Mattigkeitsgefühle, Verdacht auf krebserzeugendes Potential! 
Im Tierversuch fruchtschädigend

Pestizide

"Holzschutzmittel"
"Schädlingsbekämpfungsmittel"

Anstriche von Massivhölzern im Innenraum, Lederimprägnierung, Teppichböden, Latex, Mottenstreifen Schädlingsbekämpfung, Insektensprays, Elektroverdampfer
z.B. Lindan, PCP, Dichlofluanid, Permethrin, Chlorpyrifos. PCP enthält herstellungsbedingt Dioxine und Furane, seit 1990 in Deutschland verboten.

Mattigkeit, Lustlosigkeit, Allergien, Schädigung des Immunsystems, Störungen der Nieren- und Leberfunktion, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Schleimhautreizungen, Unruhe, PCP wurde als eindeutig krebserregend eingestuft

Flüchtige organische Verbindungen

"Lösemittel"

Kleber, Lacke, Farben, Anstriche, Möbel, Bodenbeläge, Reinigungsmittel, Farbstifte, Abbeizmittel
Ausgasung in den ersten Tagen bis Wochen am stärksten, im Schadensfall erheblich länger!

Kopfschmerz, Unwohlsein, Schlafstörungen, Übelkeit, z.T. Geruchsbelästigung, trockene oder gereizte Schleimhäute, in hoher Dosis narkotisierend

Glykole

"Wasserlacke"

"lösemittelfrei"

Wasserlösliche Lösemittel in Klebern, Lacken, Versiegelungen, Beschichtungen, Frostschutzmittel, Lösemittel in Pharmazeutika und Nahrungsmitteln
Glykolverbindungen sind häufig in Wasserlacken und-Klebern enthalten, verdunsten langsamer als konventionelle Lösemittel und können zu einer länger anhaltenden Belastung führen. Bei Anwendung Hautkontakt vermeiden

Kopfschmerz, trockene und gereizte Schleimhäute, Hautreizungen, Geruchsbelästigungen.

Asbest

Dach- und Fassadenplatten "Eternit" bis ca. 1991, PVC- Bodenbeläge, Nachtspeicheröfen, Dichtungsschnüre an Öfen, Dichtungen und Klebemassen, Asbestpappe. Fliesenkitte bis Anfang der 80er Jahre
Mit den Augen nicht wahrnehmbarer Feinstaub, der in die Lungen dringt; Erhebliche Freisetzung bei Beschädigung/Umbau!

Akute Schäden sehr selten.
Spätschäden nach 20-60 Jahren: Fibrotische Lungenveränderungen bei sehr hohen Atemluftkonzentrationen, Lungenkrebs, bösartige Geschwülste am Bauch- und Rippenfell (Mesotheliom)

PCB

Polychlorierte Biphenyle

Dauerelastische Dehnungsfugen vor 1978, Kondensatoren, Drosseln, Trafos, Lacke, Druckerzeugnisse, Weichmacher, techn. Öle
Schwer abbaubare Chlorkohlenwasserstoffe reichern sich im Körperfett an, enthalten Verunreinigungen wie Furane und polychlorierte Naphthaline.

Chronische Symptome: erhöhte Infektanfälligkeit, Störung des Immunsystems,
Fruchtschädigendes Potential, Verdacht auf krebserzeugendes Potential

PAK

Polyaromatische Kohlenwasserstoffe

Steinkohleteer (Teerestrich, Teerkleber, Teerpappe), Karbolineum, Bahnschwellen, Tabakrauch, Brände
Kritisch sind Produkte vor allem aus den 50er und 60er Jahren

Geruchsbelästigung (dumpf-muffig), einige PAK sind krebserzeugend
Alte Bahnschwellen nicht wiederverwenden (auch wegen PCP) Teerkleber enthalten häufig auch Asbest!

Weichmacher

Zusatzstoff für PVC, Bestandteil von Wandfarben, Lacken, Klebstoffen, Kosmetika, Fußbodenbelägen, Vinyltapeten, Elektrokabeln, Türdichtungen, Kunstleder, Duschvorhängen, abwischbaren Tischdecken
Die am häufigsten eingesetzten Weichmacher sind DEHP und DBP. Weichmacher treten über lange Zeit aus. Weit verbreitet, aber wenig beachtet.

DEHP wird von der amerikanischen Umweltbehörde EPA als wahrscheinliches Hautkarzinogen eingestuft. Bei DEHP und DBP Verdacht auf zentralnervöse Effekte, Störungen des Immunsystems und Fortpflanzungsstörungen

Schwermetalle

Farbpigmente, ältere Holzschutzmittel, Stabilisatoren für PVC, Batterien, Autoreifen, Dünger, Fehlbodenschüttungen, PVC-Bodenbeläge, Teppichboden

Vorsicht bei Renovierungen im Altbau! Abbeizen schwermetallhaltiger Farben kann zu Vergiftungen führen!

Vielfältige akute und chronische Vergiftungssymptome, teilweise allergieauslösend, nervenschädigend

Isocyanate

Kunststoffe auf Polyurethanbasis, formaldehydfreie PU-Spanplatten, DD-Lacke, Bodenversiegelung auf PU-Basis, PU-Schäume
Bei Anwesenheit von Wasser (Luftfeuchte) entstehen krebserregende Diamine

Nesselsuchtartige Hautreizungen, Schleimhautreizungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein, hochgradig allergisierend
Bei hohen Konzentrationen (ungeschützte Verarbeitung): Asthma

Magnetfelder, elektr. Felder

"Elektrosmog"

Nahbereich (wenige Meter) von Elektrogeräten und Stromleitungen
Niederfrequente Magnetfelder bauen sich bei Stromverbrauch auf; elektrische Felder existieren immer im Bereich von spannungsführenden Stromleitungen
Hochfrequente Felder werden vorallem von DECT-Schnurlostelefonen ganztags abgestrahlt, aber auch im Nahbereich von Mobilfunk-Basisstationen

Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Unwohlsein. Hinweise auf Häufungen von Leukämie- und Hirntumorfällen bei exponierten Personen

Ozon

Kopiergeräte, Laserdrucker, UV-Lampen
Ozon entsteht durch elektrostatische Aufladung während des Kopier- oder Druckvorganges

Müdigkeit, Kopfschmerzen, Einschränkung der Lungenfunktion Bei höheren Konzentrationen: Husten und Schleimhautreizungen

Radon

Erdreich, Baustoffe (Bodenschüttungen, Granit, Fliesen, Ziegel)
Natürlich vorkommendes radioaktives Edelgas, diffundiert durch Kellerwände oder aus älteren Baustoffen in den Wohnraum

Mit den Sinnesorganen nicht wahrnehmbar.
Nach dem Rauchen häufigste Ursache für Krebs (Lungenkrebs)

 

 

Quelle: www.umweltinstitut.org

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